Die Faszination der Mumien

Mumien gehören zu den faszinierendsten Phänomenen der Archäologie. Und auch die Fantasie der Künstler haben sie seit jeher inspiriert. Das ist kaum verwunderlich, denn die Erscheinung vieler Mumien gibt ihren Findern und der Nachwelt eine Vielzahl an Rätseln auf. Manche von ihnen sind, wie wir heute wissen, durch ganz natürliche Witterungseinflüsse und chemische Gegebenheiten entstanden und andere wurden systematisch auf künstliche Weise konserviert. Mumienfunde gab es bereits in den verschiedensten Regionen der Erde. Die bekanntesten sind wohl die Mumien der einbalsamierten Pharaonen des alten Ägyptens.

2020 wurden in der Grabstätte Sakkara sogar 59 Särge entdeckt, in denen sich sehr gut erhaltene Mumien befanden, die Priestern und Offiziellen zugeordnet werden konnten. Die Vorfahren der heutigen Ägypter hegten bekanntlich eine gewisse Sehnsucht nach Unsterblichkeit, worauf man zahlreiche Hinweise in ihren religiösen Aufzeichnungen findet. Tatsächlich ging ihr Glaube sogar so weit, dass sie davon ausgingen, sie müssten ihre Körper auch nach dem Tod möglichst intakt halten, damit ihnen ein weniges Leben vergönnt wird. Im Laufe der Zeit entwickelten sie ausgefeilte Techniken, um die Körper der Verstorbenen auf ihren Weg in das Jenseits vorzubereiten. Im Zuge von langwierigen Ritualen, die bis zu 70 Tage andauern konnten, trafen sie besondere Vorkehrungen und manipulierten die Leichname. Im Wesentlichen wurden folgende Schritte unternommen:

Die Prozedur begann mit einer Wäsche. Dann wurde mithilfe spezieller Werkzeuge das Gehirn durch die Nasenöffnungen entfernt. Auch die inneren Organe entnahm man, um sie in eigens dafür vorgesehenen Gefäßen zu lagern. Allein das Herz wurde an Ort und Stelle belassen. Anschließend trocknete man das Restgewebe, in dem man die Leerräume mit Blättern, Harz oder Sägemehl auffüllte und in Natron einlegte. Und zum Abschluss wurden die Körper mit Cremes und Ölen balsamiert, bevor man sie komplett mit Leinenstreifen einbandagierte. Während des Rituals öffneten die Priester auch der Mund der Mumie, um zu gewährleisten, dass der Verstorbene bei der Ankunft im Jenseits wieder Speisen zu sich nehmen und die Seele in den Körper zurückkehren konnte.

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